Trial

Was  sich hinter der Bezeichnung Trial verbirgt und wo es herkommt wollen wir mit den folgenden Zeilen erläutern.

Trial

ist sozusagen die „Hohe Schule“ des Motorradsports.

Die ersten Trialer waren in England unterwegs. Wo sonst auch in Europa um 1900 wäre jemand so verrückt gewesen, mit dem Nutzfahrzeug, das zu flottem Transport von Mann, Weib, Kind und Waren erfunden und erschwinglich schien, durch Wald, Sumpf und Geröll zu hetzen und dabei immer schwierigere Hindernisse anzugehen.

Bis heute ist die größte Trialveranstaltung der Welt über sechs Tage – The Scottish Six Days – in England (besser Schottland) zu Hause.

Nachdem am Anfang der Trialsport eine Mischung aus Enduro, Moto Cross und heutigem Trial gewesen ist, trennten sich die speziellen Interessen bald. Die Trialer legten ihre großen Einzylinder – Viertakter höher, machten sie so leicht, wie es gerade noch verantwortbar war und kletterten nun schon große Felsen hoch, fuhren über unpassierbar aussehende Haufen aus Baumstämen, nahmen aus dem Stand Hänge in Angriff, an denen man zu Fuß überlegt hätte, ob man sich das Hochkommen zutraut und wendeten an Stellen die jeder Vernunft hohn sprachen.

In den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts kamen dann – wie in fast allen Motorradsportarten – die Zweitakter und begannen, den großen viertaktenden Trialhämmern erfolgreich den Kampf anzusagen. Damals begann die große Zeit von Beta, Gas Gas, Fantic, Aprilia, und wie sie noch alle hießen. Einzig Honda, der letzte große Viertaktkämpfer, hielt mit einer kleinen 250er dagegen und besiegte sie alle. Auch den Konkurrenten Yamaha, der sich mit tollen Trialmotorrädern gleichfalls um die Weltmeisterkrone bewarb. Jetzt hält nun in der WM wieder Honda – Montesa die Viertaktfahne hoch. Und wird in Japans Landesmeisterschaft reglmäßig besiegt. Von Yamaha. Mit einem Viertakter!

Über viele, nicht immer sehr sinnvoll scheinende, Regeländerungen, kam man zu unserm aktuellen Trial, das nun in der Spitze ein mit allen technischen Mitteln geführter Kampf der Profis geworden ist deren Leistungen in ihrer scheinbaren Mühelosigkeit und Anmut man nur staunend bewundern kann.

Als Breitensport betrieben ist Trial eine gute Übung, sein Gerät jederzeit und unter den schwierigsten Bedingungen zu beherrschen. Übrigens: Auch Giacomo Agostini war ein begeisterter Trialer.

Wer Lust und Interesse hat, kann bald im Hainewalder Crossgelände unter Anleitung probieren. Dort soll im Laufe der Saison ein Übungsplatz für Trial entstehen, der sowohl dem interessierten Laien, als auch dem Fortgeschrittenen Gelegenheit zum Trainieren bietet.

Er wird der wahrscheinlich einzige offizielle Trainingsplatz in Ostsachsen sein.

Die Wettbewerbe finden in abgesperrten Sektionen statt, die auf Zwischenstrecken erreicht werden müssen und die nur Fahrer, Helfer und Punktrichter betreten dürfen. Das Ziel ist, die Sektion zu durchfahren, ohne einen Fuß auf den Boden zu setzen. Darauf baut sich im Prinzip die Wertung auf. Ein Fuß auf dem Boden ist ein Strafpunkt. Bei Punktgleichheit entscheidet die kürzeste Gesamtfahrzeit.

Die genaue Wertung kann unter dmv-lg-bw.de/trialsport nachgeschlagen werden.

In unserm Club ist der Sektionsleiter Stefan Funke, der seit seinem 14. Lebensjahr Trial fährt.

Er ist unter der Telefonnummer 0172 7346799 oder unter funketrial@gmail.com zu erreichen

Wer sich über die Ostdeutsche Trialmeisterschaft informieren will: otm.bplaced.net

Unser Club veranstaltet jährlich am letzten Juniwochenende das Trial am Berzdorfer See, das sich bei Aktiven und Zuschauern großer Beliebtheit erfreut.

Fahrer Mathias Becker (MC Gräfenroda), Helfer : Stefan Funke (MSC Oberlausitzer Dreiländereck)