Monthly Archives: April 2017

1. Ausfahrt 2017 zur „Luchsenburg“

Da hatten wir richtiges Glück! Der Frühling fiel dieses Jahr bisher auf einen Sonntag – und den haben wir erwischt!Um zehn waren fast alle da und zehn nach zehn ging es los.
Diesmal waren wir zwölf Teilnehmer und auch mit dieser großen Zahl hat es ohne Probleme funktioniert. Deshalb: Danke für die Disziplin – das Führen einer solchen Schlange ist natürlich umso einfacher, je mehr sich alle Teilnehmer gut in die Kolonne einfügen.
Über Rumburk in den Schluckenauer Zipfel gelangt, habe ich gestaunt, daß der landschaftlich so reizvoll ist – zumal wenn man die Route auf die höher liegenden Straßen gelegt hat.
Von Sebnitz aus ging es über die S156 und die K8726 nach Großdrebnitz und auf die B98, von der wir dann in Richtung Rödersbrunn abbogen, um schließlich zur Luchsenburg zu gelangen.
Dort war die Mittagspause in der Sonne eine sättigende und erholsame Stunde.
Überraschend traf ich dort auch noch einen guten Bekannten, der auch mit zur E-Mail – Gruppe gehört und gelesen hatte, daß wir in der Luchsenburg sein könnten.
Mich hat sehr gefreut, daß es die Gaststätte noch (oder wieder) gibt. An ihr hängen ein paar hübsche Erinnerungen aus der Zeit, als sie noch von der Autobahn aus erreichbar gewesen ist. Zum Beispiel eine Fahrt mit einem Freund nach Halle im November (Damals ich mit der 250er ETS, er mit der Sport  – AWO), bei der es nach Bautzen anfing Wasser und Schnee zu regnen und das aus dem Trabant 500 – Zubehör bekannte 6 V/ 18 Watt Sitzerwärmungskissen als wärmender Nierengurt zum Einsatz kam. Wir bogen also in die Luchsenburg ab, um dort etwas Warmes zu trinken und wurden von den paar Gästen und dem Wirt angestaunt, als kämen wir geradewegs aus Sibirien. Und hatten dann bei Tee und Fragen und Antworten eine gute halbe Stunde – auch wenn wir sicherlich für ein wenig verrückt gehalten wurden. Waren wir ja auch!
Weiter gings auf nun wirklich kleinsten Sträßchen über Säuritz, Coblenz, Klein – und Großseitschen (wo ich mich navigatorisch vertan hatte), Denkwitz, Nechern nach Gröditz, das übrigens eine wunderschöne Kirche und ein anmutiges Schlößchen hat. Dann weiter in die Gröditzer Skala. Weiter nach Wuischke, Weißenberg, Wasserkretscham – ach ja, Wasserkretscham: Den kannte ich noch als Kneipe und Getränkehandel. In der Gaststube hing ein Keramikteller an der Wand auf dem zu lesen war:

„Als Moses an den Felsen klopfte
Geschah es, das das Wasser tropfte.
Viel größre Wunder siehst Du hier:
Wenn Du hier klopfst, bekommst Du Bier!“

Soviel zum Wasserkretscham! Weiter: Buchholz, Tetta, Melaune, Döbschütz, Krobnitz, Meuselwitz, Reichenbach und Deutsch-Paulsdorf und dann zu den Lehdehäusern. Die kleine Straße dorthin ist neu gemacht und nun ein echter Genuß. Die Lehde war mal ein an einer wichtigen Kreuzung gelegenes Gasthaus mit Ausspanne. Bis Anfang der 1970er Jahre wurde die Kneipe noch von zwei alte, lieben Wirtsleuten betrieben und sie ist mit ihnen dahingeschieden.

Heim eilten wir dann über Neundorf, Schlegel und Wittgendorf. Das angepeilte Abschlußeis in der Weinaugaststätte hat dann nur noch drei Mann gelabt. Alle Anderen hatten ab 16:00 Temine, die so einen Verwöhnabschluß nicht zuließen.

Jedenfalls – so fand ich – hatten wir einen sehr schönen Frühlingstag, von dem wir nun noch eine Weile zehren können – bis eben irgendwann wirklich Frühling wird.
Bis bald! Hermann

Fotos: H. Funke (1), J. Augustin (3)